Back to Voodoo: Wie versprochen möchte ich Euch mit den verschiedenen Voodoo-Zaubern und Geistern vertraut machen.
Die Loas sind die Geister bzw. Götter im Voodoo, sie verfügen über beinahe unendliche Macht und können denen, die sie verehren, diese Macht übertragen. Klingt vielversprechend! Jeder Loa hat seine Charaktereigenschaften und seine spezifische Rune, “Veve” genannt. Hier ein paar ausgewählte Vertreter:
1) Dhamballah
Schlangenförmiger Schöpfergott und oberster Loa. Angeblich liebevolle, aber wenig kommunikative Präsenz. Taugt nicht für Voodoo-Anfänger, denn nur von Kind an ausgebildete Priester können den Kontakt herstellen. Steht zusammen mit seiner ebenfalls schlangenförmigen Frau Ayida Wédo für Harmonie und Lebensfreude.
2) Papa Legba/ Eshu
Mit Papa Legba wird’s auch für den Voodoo-Laien interessant: Er ist der Hüter der Wegkreuzungen und ermöglicht den Lebenden mit dem Reich der Geister und Verstorbenen in Kontakt zu treten. Aber vorsicht: Umgekehrt kann er auch Geister in unsere Welt schleusen. Für jegliche Voodoo-Rituale ist er der Mittler unserer Wahl. Im Gegensatz zu den anderen Stellvertretern lebt er vegetarisch und begnügt sich mit Getreide, Kaffee, Rum oder Tabak. (Foto: Humansdorpie, Rivecoder; wikimedia)
3) Agwe
Herrscher über das Meer und dessen Bewohner sowie Schutzpatron der Seeleute. Erscheint in einer Marineuniform und steht auf militärische Disziplin. Angemessene Gaben sind auf dem offenen Meer geopferte Schafe. Aye Aye, Captain!
4) Baron Samedi
Einer der Totengötter im Voodoo. Lässt sich wahlweise durch Lärmen auf dem Friedhof wecken oder man schlägt drei mal mit der stumpfen Seite eine Machete auf ein Grabkreuz. Ein Brotmesser würde es vermutlich auch tun. Meist verrichtet Baron Samedi sein Werk im Verdeckten, aber seit auf der Hut vor einem formell schwarz gekleideten Herren mit Zylinder, Sparzierstock und Sonnenbrille… Unabhängig von der deutschen Gesetzgebung wird dringlich davon abgeraten, Gräber ohne Baron Samedis Erlaubnis zu öffnen. Stimmt ihn mit Opfergaben gnädig, verschmähen wird er keine, denn der Tod ist unersättlich… (Foto: Kim Scarborough; Flickr)
5) Maman Brigitte
Vorsicht: Keinesfalls mit dem gleichnamigen Printprodukt zu verwechseln. Maman Brigitte bewacht zusammen mit ihrer Ehemann Baron Samedi die Ruhe der Toten. Zudem erschaffen beide sogenannte Ghedes, indem sie tote Seelen aus dem Strom des Vergessens ziehen und ihnen Namen geben. Maman Brigitte hat eine Schwäche für Rum und schwarze Hühner.
6) Loco
Ist der Loa aller Bäume und Pflanzen. Er ist Patron aller Heiler, die mit pflanzlichen Mitteln arbeiten. Diese rufen Papa Loco an um die Wirkung ihrer Medizin durch seine Macht zu verstärken. Ihm zu Ehre werden Blumen oder Bäume gepflanzt, alternativ kann auch tote Baumrinde verbrannt werden. (Foto: dameetch, FlickR)
7) Nummero 7 – 150
Erspare ich uns jetzt. Einige weitere Loas findet ihr hier.
FAZIT: Freakige, aber interessante Götter-Society. Da sollte für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis etwas dabei sein!
Für meinen Voodoo-Altar ist Papa Legba obligatorisch. Vielleicht wird eine Götze von Loco ihm Gesellschaft leisten, so komme um die Scheinegrippe-Impfung locker drumherum. An den Samstags-Baron und seine bessere Hälfte traue ich mich noch nicht heran, ungern möchte ich durch gefährliches Halbwissen im Strom des Vergessens enden…
Schön, dass Ihr bis hierhin durchgehalten habt. Ein “How-to-Voodoo” mit Flüchen und Heilzaubern gibts es dann nächstes mal. (Foto: Carolina Gonzalez, FlickR)
